01.10.2026 - Sparen an der Tankstelle
Die Tankstellen sind nicht verpflichtet, die Steuersenkung vollständig weiterzugeben. Die Erfahrung aus dem ersten Tankrabatt im Mai und Juni zeigt aber: Die Preise fallen in der Nacht zum 1. Oktober schnell – oft schon um Mitternacht. Technisch gilt der Steuerrabatt nur für Kraftstoff, der nach Mitternacht Raffinerien oder Großtanklager verlässt. Bis überall steuerverbilligter Sprit in den Tanks ist, kann es einige Tage dauern. Durch den Wettbewerb fallen die Preise aber voraussichtlich flächendeckend – und steigen am Ende des Rabattzeitraums dort wieder, wo noch steuerreduzierter Sprit lagert.
Wer am ersten Tag des Rabatts tanken will, muss nicht früh aufstehen. Der Preis darf vor 12 Uhr mittags nicht erhöht werden – er kann also nur sinken. Wer noch ausreichend Sprit im Tank hat, spart sich mögliche Warteschlangen am ersten Tag.
Beim ersten Tankrabatt im Mai und Juni hatte etwa das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung nur eine unvollständige Weitergabe an die Kunden errechnet. Die Mineralölwirtschaft bestreitet das. Grundsätzlich ist die Weitergabe schwer messbar, weil der Spritpreis stark von äußeren Einflüssen abhängt. Gerade zu Beginn des Rabatts kann es je nach Tankstelle große Unterschiede geben – ein Preisvergleich lohnt sich dann besonders. Weil der Steuerrabatt nur für Kraftstoff gilt, der nach Mitternacht zum 1. Oktober ausgeliefert wird, haben Tankstellen einen Anreiz, mit kleinen Lagerbeständen in den Oktober zu starten. Auch viele Autofahrer werden ihre Tanks kurz vorher nicht mehr auffüllen. Beim ersten Rabatt führte das zu mehr Andrang an den Zapfsäulen – aber nicht zu ernsthaften Engpässen.
Das durchschnittliche Auto in Deutschland legt laut Kraftfahrtbundesamt rund 900 Kilometer pro Monat zurück. Bei einem Verbrauch von sieben bis acht Litern auf 100 Kilometer spart ein Verbrennerfahrer über drei Monate grob gerechnet 32 bis 36 Euro. Je nach Fahrleistung, Verbrauch und geschicktem Tanken kann der Wert deutlich abweichen.
